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Slawische protestantische Druckerei in Urach

Kip TrubarIm kleinen württembergischen Ort Urach (sein heutiger Name lautet Bad Urach), in der Nähe von Tübingen wirkte die slawische protestantische Druckerei von 1561 bis 1565 im ehemaligen Kloster des Hl. Amandus.
Der Gründer der Druckerei, die den Namen Windische, chrabatische und cirulische Thrukerey (Slowenische, kroatische und kyrillische Druckerei) trug, war der Freiherr Hans Ungnad von Sonnegg (1493-1564), Warasdiner Obergespann und Landeshauptmann der niederösterreichischen Länder. Neben ihm unterstützte der Herzog Christoph von Württemberg finanziell die Druckerei. In der Druckerei wurden Bücher in kroatischer und slowenischer Sprache herausgegeben, gedruckt in glagolitischen, lateinischen und kyrillischen Lettern. Unter den veröffentlichten Werken gab es Übersetzungen biblischer Texte und protestantischer Bücher aus fremden Sprachen, sowie originelle Autorenwerke. Die kroatische protestantische Literatur entstand als Ergebnis der Tätigkeit der Uracher Druckerei, wozu die Mitarbeiter aus Istrien, Nordküstenland und Slowenien: Stephan Consul aus Istrien, Juraj Juricic, Anton Dalmata, Primus Truber, Sebastian Krell und andere, durch ihre Tätigkeit  erheblich beigetragen hatten. Sie konzentrierten sich auf Übersetzungen und Bücherkorrekturen. Nach dem Tod Ungnads im Jahre 1564 wurde es immer schwieriger, die finanzielle Unterstützung für die Druckerei zu erhalten, sodass sie im nächsten Jahr  zum Erliegen kam.
In der Druckerei wurden 30 religiöse und gottesdienstliche / liturgische Bücher in kroatischer Sprache gedruckt, darunter 14 (einschließlich eines Probeblattes) in glagolitischer, 9 in kyrillischer und 6 in lateinischer Schrift und 6 Bücher in italienischer Sprache. Größtenteils wurden diese Bücher von kroatischen Mitarbeitern der Druckerei übersetzt und vorbereitet. Von etwa 25.600 gedruckten Exemplaren kroatischer Bücher sind etwa 250 Stück  erhalten geblieben.[1]

[1] Vgl. Ivan Kosić (Hb.), Kroatische protestantische Bücher aus dem  16. und 17. Jahrhundert  in der National- und  Universitätsbibliothek (Zagreb, 2005), S. 61