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Freiherr Hans Ungnad III. von Weissenwolf PDF Drucken E-Mail
Slawische protestantische Druckerei in Urach
(1493 – Böhmen, am 27. November 1564)
ungnadAdliger aus Österreich. Ungnad wurde 1522 in den Adelstand eines Freiherrn (Baron) erhoben und vom Kaiser Karl V. erhielt er die Genehmigung, das Adelsprädikat «von Weissenwolf» auf Grund des alten Familienwappens zu benutzen. Ab 1530 war er Landeshauptmann von Steiermark, und ab 1540 oberster Feldhauptmann der niederösterreichischen Länder (in deren damaligen Grenzen sich das heutige Slawonien und Mittelkroatien befanden). Er tat sich als Kämpfer gegen die Osmanen hervor. Als Anhänger der Reformation, wurde er 1556 zum Verlassen seiner Territorien gezwungen, so musste er nach Württemberg übersiedeln, wo er vom Herzog Christoph herzlich empfangen wurde.

Er war Gründer und Mäzen der slawischen protestantischen Druckerei in Urach, die von 1561 bis 1565 im ehemaligen Kloster des Hl. Amandus wirkte. Ungnads Leitgedanke war, in alle ihm unterstehenden Grenzgebiete, sowie in die von Osmanen besetzten Gebiete, den Protestantismus zu verbreiten. Zu diesem Zweck gründete er in  Urach eine slawische protestantische Druckerei, um das südslawische Landesvolk mit protestantischen Büchern und Bibeln in kroatischer und slowenischer Sprache zu missionieren. Seine Briefe zeugen davon, dass er immer wieder zu helfen versuchte, die Meinungsverschiedenheiten unter gewissen slawischen Reformatoren beizulegen. (Vgl. Mirković, 1960, S. 471-474).
Er starb während seines Besuches bei der Schwester in Böhmen. Er wurde in der Tübinger Stiftungskirche beerdigt. Kurz nach seinem Tode wurde  der Betrieb der Druckerei eingestellt.

Matthias Flacius widmete dem Freiherrn Ungnad eines seiner Werke, das gegen  Georg Major und Justus Menius gerichtet war,  mit dem Titel Bekenntnis Flacius’ von etlichen Irrthumen Maiors. Item etliche Spruche Menij aus dem Jahr 1557. In diesem  Buch setzte sich Flacius kritisch mit der Lehre auseinander, dass der Einzelne durch gute Werke das Seelenheil erlangen kann.  Vorher  widmete auch  Major  seine drei  Werke dem Freiherrn   Ungnad: am 6. Januar, 29. Mai und 25. Dezember 1556, und Philip Melanchthon  widmete  Ungnad  sein Werk gegen Flacius vom  25. Juli 1557.