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Reformation in den Regionen
Istrien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen

Die Reformationsbewegung ergriff  auch  Istrien.  Im 16. Jh. war  Istrien zwischen der Republik Venedig und Österreich geteilt.  Infolge der politischen Lage und  der territorialen Teilung Istriens,  verbreitete sich die Reformation aus drei Richtungen: aus Venedig, das für eine kurze  Zeit den reformatorischen Ideen zugeneigt war,  aus Triest,  wo  deutsche Kaufleute sehr aktiv waren,  und aus Kärnten. Die Ausbreitung der Reformation im venezianischen Teil Istriens wurde von zwei Bischöfen  (Bischof von Pula  G. B. Vergerius und  Bischof von Koper Peter Paul Vergerius) unterstützt, welche  die  Veränderungen der Kirche offen befürworteten.  Im österreichischen Teil Istriens breitete sich die Reformation   mit stillschweigender Unterstützung des fűr die Stadt Pazin  zuständigen  Bischops Pietro Bonomo aus, und die Stadt selbst wurde zum Zentrum und Ausgangsort der Reformation in Istrien. Obwohl die Reformation die gesellschaftliche und politische  Geschichte Istriens im 16. Jh. geprägt und  mehrere bedeutende Gelehrte  herausgebracht hatte, fand sie hier trotzdem  keinen großen Anklang.

Istra

 
Ref. in der Region um die Kvarner-Bucht und in Dalmatien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen
Die größten Verdienste um die Verbreitung der reformatorischen Ideen in der Region um die Kvarner-Bucht  und in Dalmatien erwarb sich der  Hauptmann Franziskus Barbo aus Rijeka, dessen Kastell in Kožljak (Wachsenstein) zu einem wichtigen Reformationszentrum in Istrien  wurde.  Ihm ist es zu verdanken, dass  in Rijeka, in der Region um die Kvarner-Bucht und in Dalmatien viele Bücher und Propaganda-Flugblätter  unter  das Volk verteilt wurden.  Seinen Besuch des Kastells im Jahre 1551 beschrieb Pietro Manelfi mit folgenden Worten:  “In Kožljak gibt es viele Lutheraner,  mit denen ich Gespräche führte, aber am meisten unterhielt ich mich mit Herrn Franziskus, seinem Bruder und seiner Mutter. In seinem Haus gibt es viele lutherische und häretische Bücher, viele Werke  von Vergerius und mehrere Bücher von Fra Baldo, einem Lutheraner, der als Häretiker in Venedig eingekerkert ist.”[1]  Barbo setzte sich wahrscheinlich für protestantische Prediger in der Stadt Kastav ein,  die er  bis 1582 verwaltete.
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Slawonien PDF Drucken E-Mail
Reformation in den Regionen
Außer in Istrien und Dalmatien breitete sich der Protestantismus auch in Slawonien aus. Die reformatorischen Ideen  drangen  in Slawonien vor allem aus dem  Gebiet zwischen Mur und Drau  und aus Ungarn ein. Obwohl  ein Teil Slawoniens von den Türken  besetzt   war,  fielen die Ideen der Reformation bei den Bauern auf fruchtbaren Boden. Es liegt daran, dass die  Anhänger der protestantischen Bewegung  dem Papst nicht untertänig waren,  und deswegen  waren die Osmanischen  Behörden  ihnen zugeneigt,  nach der Maxime vorgehend  "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". 
Einer der  verdientesten  protestantischen Prediger in Slawonien war der bekehrte  Franziskaner Mihály Sztárai, dem es gelang, im Zeitraum von 1544 bis 1551 insgesamt 120  Kirchengemeinden  zu reformieren  (dh. er gewann eine  große Anzahl von Pfarrern   und  Gemeindemitgliedern  für den neuen Glauben).
Auch in den unbesetzten Teilen Slawoniens fanden die  reformatorischen Gedanken  großen Zuspruch. Die entscheidende Rolle spielte dabei Ivan Zapolja, Gegner des ungarisch-kroatischen Königs Ferdinand I.,  den ein Teil des slawonischen Adels sympatisierte.  Die Reformation blieb in Slawonien fast 150 Jahre lang  erhalten,  aber nach der Vertreibung der Türken wurde sie  durch die  Gegenaktion des Kroatischen Landtags und der  Zagreber Bischöfe  fast völlig ausgerottet.